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Bambusgräser aus Japan im System



Bambusgräser sind in den Tropen reich vertreten. In Ostasien sind sie über die subtropischen Bereiche hinaus auch zahlreich in den gemäßigten Zonen zu finden. Bambusgräser zählen zu den universell genutzten Gewächsen, von Baugerüsten bis zu Eßstäbchen und Delikatessen. In Europa fehlen Bambusgräser vollständig. Sie werden aber in zunehmendem Maße als Zierpflanzen verwendet. Im Tübinger Botanischen Garten werden Bambusgräser seit 15 Jahren in einem eigenen Revier neben den Süßgräsern, Poaceae, des Systems, mit Erfolg kultiviert.

Phyllostachys


Von Indien über Südostasien bis China und Japan sind ca. 50 Arten der Gattung Unrund, Phyllostachys, verbreitet. Es sind weitgehend frostharte Rhizomgräser mit rinnigen oder abgeflachten Halmen und zumeist paarigen Seitenästen. Wenn ein dritter Seitenast ausgebildet ist, dann ist dieser unscheinbar. Die Blattunterseite ist zu 1/3 grün, zu 2/3 blaugrün und die Blütenstände sind durchblättert (Name: Griech. phyllon - Blatt, stachys - Ähre). Phyllostachys sind wichtige Bambusgräser mit vielfältiger Nutzung in Ostasien, z.B. als Holzlieferanten, für Papierherstellung und für Rohre verschiedenster Gebrauchsgegenstände. Zudem sind es weit verbreitete Ziergräser, die seit alters her in Japan kultiviert werden. Die Gattung wurde von Siebold und Zuccarini aus Japan beschrieben. Im Tübinger Botanischen Garten werden mehrere Arten kultiviert, darunter folgende aus China, die auch in Japan häufig angepflanzt werden:

  • Phyllostachys aurea (Carr.) Carr., hoteichiku, Image

  • Phyllostachys heterocycla (Carr.) Mitf., môsôchiku, Image


Phyllostachys im Botanischen Garten


Phyllostachys bambusoides Sieb. & Zucc., Chi, madake Image Image Image Image


Phyllostachys nigra (Lodd.) Munro, kurochiku, Image Image Image Image


Pleioblastus


Kleine bis mittelgroße Bambusgräser mit aufrechten Halmen und pro Knoten mit 3-7 Seitenästen (Name: Griech. pleios- viele, blastos - Knospe) werden in der Gattung Pleioblastus Nakai, Buschbambus, zusammengefasst, die mit ca. 20-30 Arten von China bis Japan vorkommen. Sie werden häufig als Zierbambuseen gepflanzt. Im folgenden eine Auswahl japanischer Arten:

  • Pleioblastus chino (Franch.& Sav.) Mak., azumanezasa, Image

  • Pleioblastus linearis (Hack.) Nakai, ryûkyûchiku, Image

  • Pleioblastus viridistriatus (Sieb. ex André) Mak., kamurozasa, Image , der von Korea und Japan bekannt ist, wird häufig zum Sichtschutz und als Hecken gepflanzt.



Pseudosasa im Botanischen Garten


Pseudosasa japonica Image


Sasa


Zwergbambus, Sasa, sind kleine bis mittelgroße, winterharte, japanische und koreanische Bambusen mit kräftig wachsenden, unterirdischen Sprossen, aufsteigenden Halmen, deutlich verdickten Knoten und ausdauernden Halmscheiden, die kürzer als die Zwischenknotenbereiche (Internodien) sind. Pro Knoten wird höchstens ein Seitenzweig gebildet. Die Blätter sind groß und ihre Spreiten breit. Die Gattung wurde mit dem japanischen Namen für Zwergbambus, sasa,Image

  • Sasa palmata (Burb.) Camus, chimakizasa, Image


Sasa im Botanischen Garten


Sasa kurilensis (Rupr.) Mak., chishimazasa Image Image


Sasa veitchii (Carr.) Rehd., kumazasa Image


Sasaella



Zierlicher Zwergbambus, Sasaella Mak., kommt in Japan mit 12 Arten vor, die sich von Sasa-Arten durch dünnere, unmittelbar aufrechte Halme und schwächere, längere Zweige, sowie kleinere Blätter mit schmäleren Spreiten unterscheiden.
Der verzweigte, zierliche Zwergbambus, Sasaella ramosa (Mak.) Mak., wird in Japan yazumazasa, Image ist, wie Semiarundinaria okuboi Mak. und Semiarundinaria yashadake (Mak.) Mak. in Japan verbreitet.


Semiarundinaria im Botanischen Garten


Semiarundinaria fastuosa (Mitf.) Mak., narihiradake Image Image Image Image


Semiarundinaria okuboi Mak. Image


Semiarundinaria yashadake (Mak.) Mak. Image


Shibataea



Die Bambusgrasgattung Shibataea Mak., ist mit 6 Arten in China und Japan zuhause. Es sind buschige Bambusgräser mit meist auswachsenden Rhizomen, einseitig abgeflachten Halmen, deutlichen Knoten und 3-5 sehr kurzen Seitenästen pro Knoten. Die Gattung ist benannt nach dem japanischen Botaniker Keita Shibata (1897-1949).
Shibataea kumasaca (Zoll.) Nakai (kumasasa, ruscifolia), okamezasa, {img src=show_image.php?name=shibataea_kumasaca_text.jpg"}, kommt in Japan vor.

Shibataea im Botanischen Garten


Shibataea kumasaca (Zoll.) Nakai (kumasasa, ruscifolia), okamezasa, Image Image Image

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Erstellt von mbeck. Letzte Änderung: Mittwoch, 22. August 2007 12:15:47 CEST by amaeck.