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Lieblingspflanzen der Förderkreismitglieder

20. Carlina acanthifolia All., Akanthusblättrige Golddistel


Carlina acanthifolia Bild: F. Oberwinkler, Botanischer Garten Tübingen
Carlina acanthifolia Bild: F. Oberwinkler, Botanischer Garten Tübingen

Akanthusblättrige Golddistel – Carlina acanthifolia All.

Diese prachtvolle Pflanze, die zur großen Familie der Korbblütler gehört, finden Sie im Geographischen Alpinum, in der Nähe des Haupteingangs des Botanischen Gartens. Wenn Sie sich gleich nach dem Tor nach rechts wenden, am Bereich „China“ vorbei nach Südeuropa weiter wandern, dann entdecken Sie sicher im Revier der „Iberischen Halbinsel“ die dunkelgrünen, stacheligen Rosetten. In ihrer Mitte sitzt stets nur ein einzelner, stengelloser Blütenkopf, auffällig groß mit 10-15 cm Durchmesser, und so schmückend, dass sogar Goldschmiede sich davon inspirieren lassen.
Der Artnachname "acanthifolia" bezieht sich auf die stacheligen, fiederschnittigen Blätter, die entfernt an das ornamentale Blattwerk korinthischer Säulen erinnern. Der Gattungsname Carlina rührt vielleicht von der Sage her, nach der Karl der Große und sein Heer durch diese Pflanzen von der Pest geheilt wurden. Tatsächlich fanden Carlina-Wurzeln früher medizinische Verwendung.
Die auffälligen Blütenköpfe sind von mehreren Reihen von Hüllblättern umgeben, von denen die innersten goldfarbenen Blütenblättern ähneln. Die eigentlichen Blüten sind aber die zahlreichen, 300-400 unscheinbaren, wohlgeordneten, lila-bräunlichen Röhrenblüten, die Hummeln und Bienen üppiges Futter bieten. Bei sonnigem Wetter spreizen sich die trockenhäutigen Hüllblätter strahlenförmig nach außen; bei feuchter Witterung decken sie sich schützend über den Blütenkorb. Diese Distel ist also ein richtiger Wetterzeiger. Das gilt auch für die heimischen Arten der Gattung, für die Silberdistel, Carlina acaulis, die auch Wetterdistel genannt wird, und für die zweijährige, verzweigt-stengelige Golddistel, Carlina vulgaris, mit mehreren kleinen Blütenköpfen.
Vertreter der Gattung Carlina kommen hervorragend mit kargen Böden zurecht, sind also ideale Steingartenpflanzen. Die Vermehrung erfolgt durch Samen. Die Kultur ist dennoch heikel, da trotz aller Stacheligkeit die jungen Blätter Leibspeise für Schnecken sind.
Denken Sie daran, dass unsere heimischen Silberdisteln streng geschützt sind.

Text: Alfred Hamm
Dieser Artikel wurde im Schwäbischen Tagblatt am 20.9.2007 veröffentlicht.
Bedauerlicherweise wurde in dem Zeitungsartikel das Bild nicht in der hier gezeigten Originalversion reproduziert.



Erstellt von ubloss. Letzte Änderung: Donnerstag, 18. Oktober 2007 10:25:07 CEST by foberwinkler.