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Phylogenie der Nacktsamer (Gymnospermae)



Gymnospermen sind Samenpflanzen mit freien, nicht eingeschlossenen Samenanlagen. Sie lassen sich auf eine gemeinsame Wurzel zurückführen, stellen also ein Monophylum dar.



Traditionell werden 3 Gruppen unterschieden:

  • Nadelbäume, Coniferophytina
  • Palmfarne, Cycadophytina
  • Hüllsamer, Gnetophytina



Molekularphylogenetische Hypothesen unterstützen diese Gliederung. Allerdings werden die Coniferophytina als paraphyletisch interpretiert. Ginkgo, Silberpflaume, stellt ein eigenes Monophylum dar. Zur Verdeutlichung der aktuellen Vorstellungen zur Phylogenie der Nacktsamer ist der Stammbaum (nach Chaw et al 2000 und Gugerli et al 2001, verändert) gedacht.



Gymnospermen sind in den meisten Revieren des Tübinger Gartens zu finden. Mit den folgenden Bildern zeigen wir Ihnen die wichtigsten Bereiche, in denen Nacktsamer reichlich vertreten sind:

Zum Studium der umfangreichsten Gymnospermenvielfalt laden wir Sie in das Arboretum des Tübinger Botanischen Garten ein.
Pinaceae, Kieferngewächse, im Arboretum Bild: F. Oberwinkler, 9.10.2006, Botanischer Garten Tübingen
Pinaceae, Kieferngewächse, im Arboretum Bild: F. Oberwinkler, 9.10.2006, Botanischer Garten Tübingen


Nacktsamer im Botanischen Garten


Koniferen in verschiedenen Abteilungen des Gartens, die von der Aussichtskanzel gesehen werden können. Image
Araucaria araucana im südlichen Südamerika des Geographischen Alpinums. Image
Koniferen Ostasiens und Nordamerikas im unteren Teil des Gartens. Image
Japanische Koniferen in der Ostasienabteilung. Image
Neuweltliche Koniferen in der Nordamerika-Abteilung. Image
Nadelgehölze in der Schwäbischen Alb. Image
Koniferen in der Zierpflanzenabteilung. Image
Encephalartos-Palmfarne im Sukkulentenhaus. Image
Zimmertanne, Araucaria heterophylla, im Subtropenhaus. Image

CONIFEROPHYTINA


Nadelgehölze (Koniferen) sind durch mikrophylle (Nadel-) Blätter mit gabeliger Nervatur gekennzeichnet. Die eingeschlechtigen Blüten werden nicht von typischen Blütenhüllen umgeben. Staubblätter bestehen aus Trägern von Pollensackgruppen. Fruchtblätter besitzen eine einzige, freiliegende, nackte (gymnosperme) Samenanlage. Blüten- und Blütenstände sind zapfenartig ausgebildet. Dem Holz der Koniferen fehlen Tracheen.


Ihre Vorfahren sind als Fossilien des Devons und Karbons (Progymnospermen) belegt.


Wichtige Familien, deren Arten besonders in der nördlichen Hemisphäre verbreitet sind, stellen Kieferngewächse (Pinaceae) und Zypressengewächse incl. Sumpfzypressengewächse (Cupressaceae incl. Taxodiaceae) dar. Südhemisphärische Verbreitung zeigen überwiegend Arten der Schirmtannengewächse (Araucariaceae) und der Steineibengewächse (Podocarpaceae).


Die Koniferen sind über ihre funktionellen Kurzwurzeln symbiontisch mit Pilzen vergesellschaftet (Mykorrhizen). Alle Arten der Pinaceen besitzen obligate Ektomykorrhizen, die übrigen Koniferen zumeist arbuskuläre Mykorrhizen (AM).


Phylogenie: In molekular begründeten Dendrogrammen erscheinen die Koniferen paraphyletisch. So sollen die Pinaceae näher mit den Hüllsamern verwandt sein als mit den übrigen Nadelbäumen.



Erstellt von meckert. Letzte Änderung: Mittwoch, 05. März 2008 19:37:52 CET by foberwinkler.